Rettungsdienst mit Hörbeeinträchtigung – Mein Handicap ist auch eine Chance
In der zweiten Folge der zweiten Staffel von «Inklusion im Fokus» spreche ich mit Petra Schuh, die bei Schutz & Rettung Zürich im Verlegungsdienst tätig ist. Sie hat 2003 bei Schutz & Rettung Zürich angefangen und war von 2007 bis 2021 als Co-Leiterin und später Leiterin von Dienstgruppen tätig. 2009 ertaubte Petra plötzlich und trägt seither ein Cochlea-Implantat (CI).
Wir sprechen über ihren persönlichen Weg von der frühen Diagnose einer Schwerhörigkeit über die vollständige Ertaubung bis hin zur Entscheidung für ein Cochlea-Implantat. Petra berichtet von den Herausforderungen und Chancen im Berufsalltag und erklärt, warum ein Hörverlust nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang sein kann. Ausserdem diskutieren wir darüber, was Inklusion für sie bedeutet und was Unternehmen und Führungskräfte tun können, um ein wirklich inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen.
Vielen Dank, liebe Petra, für das inspirierende Gespräch und deine wertvollen Einblicke!
Kernaussagen von Petra:
- Es fehlt ja nur an den Ohren. Das dazwischen ist gut in Form.
- Ein Cochlea-Implantat ist eine echte Chance. Es hat natürlich einen hohen Preis und man muss das Hören neu erlernen.
- Wenn man sowas erlebt hat, darf man nicht dem hinterher trauern, was alles weg ist, sondern dann nimmt man das, was man wieder haben kann.
- Es müssen beide Seiten aufeinander zugehen. Ich kann als Betroffene nicht fordern und sagen, dass mir dies und das ermöglicht werden muss.
- Betroffene müssen bis zu 25 Prozent mehr Energie am Tag verwenden, um zu verstehen und ihren Aufgaben nachzukommen. Man mag daher am Abend nach der Arbeit nicht unbedingt noch was unternehmen, da man müde ist. Dafür braucht es auch Verständnis.
- Es ist wichtig, Zeit für eine gemeinsame Standortbestimmung zu investieren: Was geht noch, was nicht mehr, was wird benötigt? Sowie für regelmäßigen Austausch zu pflegen.
- Neugierig sein und nachfragen, wie es dem Betroffenen mit seiner Situation geht.
- Betroffene Mitarbeiter, die weiterhin integriert sind, werden zu loyalen Mitarbeitern.
Mein Top-Take-away: Inklusion ist für mich, wenn ich teilhaben darf, wenn ich mitmachen darf und wenn ich nicht auf das Handicap reduziert werde.
Wie weiter?
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© Bildquelle Foto von Petra: IMAGOpress